Der Golden Retriever

Die Geschichte

Als sicher gilt, dass der Ursprung aller Retrieverrassen in Neufundland liegt. Durch regen Fischhandel zwischen England und Neufundland, lernten die britischen Seeleute bei ihren Aufenthalten in Neufundland die dort lebenden Hunde kennen und waren sehr von der Arbeit dieser Hunde begeistert. Selbst bei rauem Wetter apportierten diese Hunde die Bootsleinen aus dem Wasser und brachten sie an Land, oder sie apportierten aus den Netzen gefallene Fische. Und so brachten sie in den folgenden Jahren mehrere Hunde mit nach England. Aus Kreuzungen dieser heute ausgestorbenen "Kleinen Neufundländer" oder "St. John's Hunde" mit englischen Jagdhunden, z. B. dem roten Irischen Setter, entstanden "Wavy-Coated Retriever" von variabler Farbe. Mitte des 19. Jahrhunderts kaufte Lord Tweedmouth einen gelben Wavy-Coated Retriever, ein Rüde namens „Nous“, von einem Schuhmacher in Brighton. Nous war als einziger gelber Welpe unter ansonsten schwarzen Geschwistern geworfen worden. Später wurde "Nous" mit "Belle", einer Tweed-Water-Spaniel-Hündin, gepaart. Diese Spaniels waren als sehr ausdauernd, wasserbegeistert und als gute Apportierhunde bekannt. In den folgenden Jahren wurden die Nachkommen von "Nous" und "Belle" mit weiteren Wavy-Coated Retrievern, Tweed-Water-Spaniels und Irish Settern gekreuzt. Nach und nach entwickelte sich ein Retriever mit spezifischen, für die anspruchsvolle "Arbeit nach dem Schuss" erforderlichen Eigenschaften und mit einem sehr gefälligen Äußeren - der Golden Retriever.

 

Der Charakter

Aufgrund ihrer großen Apportierleidenschaft und Wasserfreudigkeit wurden sie ursprünglich vorwiegend als Jagdhunde für die Arbeit nach dem Schuss, besonders für das Apportieren von Wild aus Gewässern, eingesetzt.
Zu den ausgeprägten Wesensmerkmalen der Golden Retriever gehört der »will to please«, das »gefallen wollen«, was besonders durch die ausgeprägte Lernfreude erkennbar ist, die zu Einsätzen der Golden in verschiedenen Arbeitsbereichen führt. Sie zeichnen sich durch eine vergleichsweise hohe Intelligenz und Leichtführigkeit aus und werden daher neben der Jagd mit großem Erfolg als Blindenführ-, Rettungs-, oder Spürhunde eingesetzt. Die meisten Golden Retriever werden mittlerweile als Familienhunde gehalten. Weil sie sehr kinderfreundlich, nicht aggressiv und äußerst menschenbezogen sind, bezaubern sie »ihre« Familien durch ihr sanftes und freundliches Wesen. Sie nehmen gerne am ganzen Familiengeschehen teil und gehören daher nicht ausgegrenzt, sondern ihr Lebensraum sollte mitten unter ihren Angehörigen sein. Durch vorwiegende Zwingerhaltung würde sein sensibler Charakter leiden und Verhaltensstörungen wären vorprogramiert.
Allerdings ist der Golden Retriever kein Plüschtier, sondern ist und bleibt ein Hund - mit allen Gefahren behaftet, die von einem Hund ausgehen können. Auch der leichtführige Golden Retriever muss ausgebildet werden und wird nach entsprechender Erziehung z.B. in Welpen-, Junghunde- und Dummykursen des DRC, aufgrund seines menschenfreundlichen Verhaltens, ein liebenswerter vierbeiniger Freund in der Familie sein.
Der Golden Retriever liebt das Wasser in jeder Form, keine Pfütze ist ihm zu schmutzig. Er ist ein sehr bewegungsfreudiger und intelligenter Hund und so werden eintönige, routinemäßige Spaziergänge ohne Abwechslung schnell langweilig. So sollte der Retrieverbesitzer z.B. mit kleinen Apportier- oder Suchspielen den Alltag und Gassigang interessant gestalten.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Golden Retriever liegt bei ca. 12 – 14 Jahren. Aber immer häufiger hört man von einer erfreuliche Entwicklung: es gibt immer mehr rüstige "Veteranen", die 15 Jahre und noch älter sind. Der Golden Retriever ist nämlich im Allgemeinen ein sehr robuster Hund und "hart im Nehmen". Um verschiedener Erbkrankheiten wie Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED), Hereditärer Katarakt (HC), Progressive retina atrophy (PRA), usw. zu reduzieren, wird das Risiko durch gezielte Zuchtauslese und strenge Zuchtzulassungsvoraussetzungen reduziert. 

 

Der Rassestandard der Golden Retriever (FCI-Standard Nr. 111e)

Golden Retriever sind in ihrem allgemeinen Erscheinungsbild symmetrisch, harmonisch, lebhaft und kraftvoll. Erkennbar sind ihre ausgeglichenen Bewegungen und ihr freundlicher Ausdruck. Ihre Wesensart ist geprägt durch den Willen zum Gehorsam. Sie sind intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten. Golden Retriever sind freundlich, liebenswürdig und zutraulich.
Sie haben einen ausgeglichenen und wohlgeformten breiten Oberkopf, ohne grob zu sein, gut auf dem Hals sitzend mit kräftigem, breitem und tiefem Fang. Der Fang ist von annähernd gleicher Länge wie der Schädel. Golden haben einen ausgeprägten Stop (Stirn), die Nase ist überwiegend schwarz. Die Augen sind dunkelbraun, weit voneinander eingesetzt mit dunklen Lidrändern. Ihre Ohren (Behang) sind mittelgroß, ungefähr in Höhe der Augen angesetzt. Golden Retriever haben kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Ihr Hals ist von guter Länge, trocken und muskulös.
Die Vorderläufe sind gerade mit kräftigen Knochen und gut zurück liegenden Schultern, dadurch gut unter den Rumpf gestellt. Die Hinterläufe und Lenden sind kräftig und muskulös, die Unterschenkel von guter Länge bei gut gewinkelten Kniegelenken. Die Pfoten sind rund wie Katzenpfoten.
Ihr Haarkleid ist glatt oder wellig mit guter Befederung und dichter, wasserabstoßender Unterwolle. Die Farbe kann jede Schattierung von Gold oder cremefarben haben, aber weder rot noch Mahagoni sein. Einige wenige weiße Haare, allerdings nur an der Brust, sind zulässig.
Die Schulterhöhe der Rüden liegt zwischen 56 bis 61 cm; Hündinnen werden 51 bis 56 cm hoch.

 

Quelle: www.drc.de